• Start
  • Menschen
  • Fokus
  • Start
  • Menschen
  • Fokus

Erfolgreich unterstützen mit systemischen Methoden

17. März 2025

In der Systemischen Beratung unterstützen Berater*innen Klient*innen dabei, neue Perspektiven zu entdecken und eigene Wege zu entwickeln. Die Systemische Beraterin Anna Weißbecker erklärt, welche Haltung und Methoden dabei eine zentrale Rolle spielen. 

Anna Weißbecker. Foto: privat

Die Haltung in der Systemischen Beratung 

Systemische Beratung lebt von einer offenen, wertschätzenden Haltung und wirkungsvollen Methoden, die Menschen darin unterstützen, ihre eigenen Lösungswege zu finden. Im systemischen Ansatz werden Menschen und ihre Probleme in Wechselwirkung innerhalb eines Systems gesehen. Er zielt darauf ab, durch veränderte Perspektiven und Kommunikation nachhaltige Lösungen zu fördern. „Jede Person hat ihre eigene Wirklichkeit – es lohnt sich nicht, über unterschiedliche Sichtweisen zu streiten, sondern sie zu verstehen“, sagt Anna Weißbecker. Eine wichtige Aufgabe der Berater*innen ist es, die individuelle Perspektive der Klient*innen zu erkunden, ohne sie zu bewerten.  

Dabei wird oft mit der Metapher einer Landkarte gearbeitet: Während Klient*innen ihre Erfahrungen schildern, entsteht in der Vorstellung der Berater*innen eine Art Karte dieser inneren Welt. Doch auch wenn die Berater*innen eine Vorstellung davon entwickeln, wie jemand seine Umgebung erlebt, bedeutet das nicht, dass sie die gesamte Landschaft kennen. Es bleibt notwendig, immer wieder nachzufragen und zu reflektieren.  

Mitentscheidend für eine erfolgreiche Beratung ist die Auftragsklärung. „Nicht jeder Mensch kommt mit demselben Anliegen. Manche möchten einfach klagen, andere wurden geschickt, wieder andere möchten aktiv etwas ändern“, sagt Anna Weißbecker. Berater*innen, die vorschnell Lösungsvorschläge machen, können auf Widerstand stoßen oder sich in einer Beratungssituation aufreiben. „Es ist entscheidend, nicht sofort ins Tun zu gehen, sondern erst zu verstehen: Worum geht es hier eigentlich? Wer sitzt mir gegenüber?“  

Durch gezielte Fragen – beispielsweise aus der zirkulären Fragetechnik („Was würde Ihr Sohn dazu sagen, wenn er jetzt hier säße?“) – können Berater*innen Perspektivwechsel ermöglichen und Klient*innen helfen, sich von festgefahrenen Denkmustern zu lösen. Alles folgt dem Grundsatz, dass Menschen Expert*innen für sich selbst sind und eigene Lösungen entwickeln. 

Zur Person

Anna Weißbecker ist Expertin für systemische Supervision, Therapie und Coaching. Ihr Ziel ist es, Menschen bei positiven Veränderungen, neuen Wegen und unentdeckten Perspektiven zu begleiten. Als Dozentin gibt sie bei der Paritätischen Akademie NRW Seminare zum Thema „Systemische Konzepte und Methoden“.


Methoden für die Praxis: Strukturieren und Externalisieren 

Um Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen, stehen in der systemischen Beratung verschiedene Methoden zur Verfügung. Eine davon ist die Arbeit mit Problemkörben, die besonders hilfreich ist, wenn Klient*innen sich von einer Flut an Problemen überwältigt fühlen. Dabei werden die Probleme in drei Kategorien eingeteilt: 

  1. Dringend und wichtig – nur zwei Themen, die sofort angegangen werden müssen, dürfen hier hinein. 
  2. Wichtig, aber nicht dringend – Dinge, die geplant, aber nicht sofort erledigt werden müssen. 
  3. Kann warten oder ist nicht so wichtig – Probleme, die aufgeschoben werden können. 

„Diese Methode hilft, Klarheit zu gewinnen. Oft zeigt sich, dass sich Themen wiederholen oder weniger akut sind als gedacht“, erklärt Anna Weißbecker. „Zudem gibt die Methode Berater*innen eine Struktur, sodass sie sich nicht in der Problemdynamik verlieren.“ Die Methode entlastet zudem die Klient*innen, weil ihre Gedanken geordnet und visualisiert werden. 

Ein weiteres systemisches Werkzeug ist das Externalisieren, das besonders bei Menschen eingesetzt wird, die sich selbst als Problem betrachten. „Viele sagen: ‚Ich bin immer so unorganisiert‘ oder ‚Ich flippe ständig aus'“, sagt Anna Weißbecker. „Hier hilft es, das Problem von der Person zu trennen.“ Stattdessen wird das Problem symbolisch auf einen Stuhl gesetzt – es wird zu etwas Externem, das betrachtet und analysiert werden kann. „Wenn die Reizbarkeit als eigenständige Figur neben einem sitzt, kann man sich fragen: Warum ist sie da? Wann tritt sie auf? Und was tut sie für mich?“ Ziel ist es, zu erkennen: Das Problem ist nur ein Teil der Person, nicht ihre gesamte Identität. 

Diese Methode kann für Klient*innen ebenso wie für Berater*innen entlastend sein, da sie einen Perspektivwechsel ermöglicht. „Wir schauen nicht mehr direkt auf die Person, sondern auf eine dritte Instanz – das verändert die Dynamik und schafft neue Handlungsspielräume“, sagt Anna Weißbecker. 

Artikelfoto: Canva

BeratungSystemische BeratungSystemischer Ansatz
Teilen

Allgemein  / Top-Themen

Redaktion Bildung erleben

Dir gefällt vielleicht auch

Wie Menschen in Schulden geraten – und wie Berater*innen dann unterstützen können
21. Januar 2025
Wie berate ich erfolgreich wohnungslose Menschen?
18. Juni 2024
Digitale Gewalt gegen Frauen: Wie Berater*innen Betroffene unterstützen
17. Mai 2024

Kommentieren


Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

  • Folgt uns auf

  • Tags

    Digitalisierung Fachmessen Fachtag Führungskräfte Integration Kindertageseinrichtung Kita Messen Personal Weiterbildung
  • Kategorien

    • Allgemein (109)
    • Events (8)
    • Fokus (12)
    • Menschen (16)
    • Top-Themen (93)
  • Neueste Kommentare

    • Christa Hammer bei Zehn Jahre neue Impulse für die Selbsthilfe
    • paris09 bei Der Weg zu eurer perfekten Recruiting-Strategie
    • Claudia Leippert bei “Gefühlsstarke Kinder brauchen mehr Bindung statt Bildung”
    • Katrin Hegedorn bei Menschen aus den Schulden helfen
    • Will Niemer bei Menschen aus den Schulden helfen
  • Archiv

    • September 2025
    • August 2025
    • Juli 2025
    • Juni 2025
    • März 2025
    • Februar 2025
    • Januar 2025
    • Dezember 2024
    • November 2024
    • September 2024
    • August 2024
    • Juli 2024
    • Juni 2024
    • Mai 2024
    • März 2024
    • Februar 2024
    • Dezember 2023
    • November 2023
    • Oktober 2023
    • Juni 2023
    • April 2023
    • Februar 2023
    • Dezember 2022
    • November 2022
    • September 2022
    • Juli 2022
    • Juni 2022
    • Mai 2022
    • April 2022
    • März 2022
    • Januar 2022
    • November 2021
    • Oktober 2021
    • September 2021
    • Juli 2021
    • Mai 2021
    • April 2021
    • März 2021
    • Februar 2021
    • Januar 2021
    • November 2020
    • Oktober 2020
    • September 2020
    • Juli 2020
    • Juni 2020
    • Mai 2020
    • April 2020
    • März 2020
    • Februar 2020
    • Januar 2020
    • Dezember 2019
    • November 2019
    • Oktober 2019
    • September 2019
    • Juli 2019
    • Juni 2019
    • Mai 2019
    • März 2019
    • Januar 2019
    • Dezember 2018
    • November 2018
    • Oktober 2018
    • September 2018
    • August 2018
    • Juli 2018
    • Juni 2018
    • Mai 2018
    • April 2018
    • März 2018
    • Februar 2018
    • Januar 2018
    • Dezember 2017
    • November 2017


  • Blog-Infoservice

    Lass dich automatisch per Mail über neue Beiträge in unserem Blog informieren:

    Hinweis: Unser Infoservice ist kostenlos und Du kannst dich jederzeit wieder abmelden.

    Die Angabe von Vor- und Nachnamen ist freiwillig. Unsere Datenschutzbelehrung findest Du hier.

    Toll, dass Du dich einträgst. Bitte prüfe deinen Posteingang oder Spam-Ordner, um dein Abonnement zu bestätigen.

  • Letzte Artikel

    • „Datenschutz betrifft alle“ 17. September 2025
    • Spielen im Offenen Ganztag: Warum Spiel mehr ist als nur Zeitvertreib 7. August 2025
    • Wie ihr von E-Learning profitieren könnt 23. Juli 2025
  • Wichtige Links

    • Impressum
    • Datenschutzerklärung
    • Cookie-Einstellungen
    • Sende uns eine Mail
    • Archiv aller Artikel
  • RSS-Feed


internetgarden.de®