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Programm | Kursdetails

Ausbildung zum Integrationscoach für Geflüchtete

Kompetent und nachhaltig unterstützen, begleiten, beraten

Eine Gruppe von Menschen sitzt auf einer Wiese und blättert in BüchernImmer mehr Menschen verlassen ihre Heimat, weil sie fliehen müssen. Den in Deutschland Schutzsuchenden eine Perspektive zu geben und die damit verbundene Chance und Herausforderung den Integrationsprozess gelingend und nachhaltig zu gestalten, ist eine der bedeutendsten gesamtgesellschaftlichen Lernaufgaben. Diese haben landesweit zahlreiche Verbände, Kommunen, Vereine und Einzelpersonen mit viel Einsatz angenommen und berücksichtigen dabei auch vermehrt das Potenzial bürgerschaftlichen Engagements.

Sie als Fachkraft in der sozialen Arbeit sind mit der Aufgabe betraut, den Integrationsprozess bestmöglich zu unterstützen - dies unter anderem dadurch, dass Sie Potentiale fördern, Lösungswege für mögliche schwierige Situationen aufzeigen und die Scharnierfunktion zwischen den Bedarfen der Geflüchteten und den passenden Angeboten erfüllen. Der Zertifikatskurs "Ausbildung zum Integrationscoach für Geflüchtete" bietet hierfür Unterstützung durch theoretisches Wissen als auch an der eigenen Arbeitspraxis orientiere Handlungskompetenzen.

Ihr Nutzen

  • Sie kennen die Referenzsysteme personenbezogener Hilfen für Menschen mit Fluchterfahrung sowie kultursensibler Arbeit und wissen, wie Sie die Unterstützung, Begleitung und/oder Beratung geflüchteter Menschen ressourcen- und beteiligungsorientiert gestalten können. Sie sind für das Thema Vielfalt und Interkulturalität sensibilisiert und kennen den Mehrwert einer interkulturellen Ausrichtung Ihrer Arbeitspraxis;
  • Sie kennen den rechtlichen Kontext der Unterstützung, Begleitung und/oder Beratung geflüchteter Menschen und wissen um die diesbezüglichen Unterstützungsmöglichkeiten;
  • Sie erwerben Hintergrundwissen zu verschiedenen potentiell traumatisierenden Erlebnissen von Geflüchteten und der möglichen psychologischen Folgen. Sie erhalten fachliche Informationen zu traumareaktiven Störungen und wissen diese von anderen psychischen Belastungen abzugrenzen. Sie kennen darüber hinaus Methoden, um die psychische Widerstandsfähigkeit (Resilienz) der begleiteten Menschen zu stärken;
  • Sie lernen bestehende Netzwerke der Geflüchtetenunterstützung kennen und können sinnvoll an weitere relevante Ansprechpartner/-innen verweisen;
  • Sie erfahren, wie Sie die erlernten Kompetenzen handlungssicher in Ihrer Arbeitspraxis umsetzen (Kommunikationsmodelle, Konfliktmanagement, Arbeit an Fallbeispielen).
Um den Praxistransfer des Gelernten zu erproben, entwickeln Sie ein auf Ihren konkreten Arbeitskontext bezogenes Projekt, das qualifizierungsbegleitend realisiert wird. Der Kurs hat einen Gesamtumfang von 130 Unterrichtsstunden aufgeteilt wie folgt: sechs Module á zwei Tage Präsenz (96 Std.), Peer Group-Arbeit (20 Std.), Praxistransfer und Literaturstudium (14 Std.).

Inhalte

Modul 1: Flucht, Migration und Diversität

  • Theoretische Einführung in die Themenfelder Flucht und Migration und Diversität
  • Fluchtursachen und -wege
  • Best-Practice-Beispiele aus der Geflüchtetenunterstützung als Vorbereitung des individuellen Praxistransfers (Ideen für ein eigenes Projekt finden, Peer-Gruppen bilden)

Modul 2: Rechtliche Grundlagen

  • Gesetzliche Abläufe im Asylverfahren, zuständige Behörden
  • Aufenthaltspapiere, Bedeutung und rechtliche Konsequenzen (Duldung, Aufenthaltsgestattung, Aufenthaltsgenehmigung, Niederlassungserlaubnis etc.)
  • Asylbewerberleistungsgesetz
  • Rechtsansprüche und Zugang zu Beschäftigung, Ausbildung und Gesundheitsversorgung
  • Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), Diskriminierung erkennen und benennen, Handlungsmöglichkeiten gegen Diskriminierung

Modul 3: Umgang mit psychischen Problemlagen und Traumata

  • Formen und Definitionen psychischer Problemlagen
  • Symptome und Folgen von Traumata
  • Umgang mit traumatisierten Menschen (mit Fluchterfahrung)
  • Resilienzförderung
  • Selbstfürsorge/Psychohygiene

Modul 4: Interkulturelle Kompetenz und Kommunikation

  • Kulturbegriff, -konzepte und Umgang mit Vielfalt
  • Wahrnehmung und Realitätskonstruktionen
  • Sprache, Kommunikationskonventionen
  • Ressourcen- und Beteiligungsorientierung

Modul 5: Vernetzung, Schnittstellen- und Projektmanagement

  • Akteure der Migrationsarbeit bzw. der Geflüchtetenunterstützung
  • Erschließen vorhandener lokaler Netzwerkstrukturen und Initiierung neuer hilfreicher Vernetzungen
  • Umgang mit Widerständen und Konfliktmanagement
  • Übergangs- und Schnittstellenmanagement
  • Grundlagen des Projektmanagements
  • Selbstevaluation, Wirksamkeitsanalyse

Modul 6: Kolloquium

  • Präsentation der Projekte
  • Beratung der Abschlussarbeiten
  • Reflexion, Evaluation und Abschluss

Zielgruppe

Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus allen Feldern der sozialen Arbeit.

Dozentinnen/Dozenten

  • Sebastian Hammer, Sozialwissenschaftler, interkultureller Trainer, Koordinator für die Flüchtlingsarbeit bei IFAK e.V.
  • Eike Leidgens, Dipl.-Psychologe, Mitarbeiter im Therapiezentrum für Überlebende von Folter & Krieg
  • Sabine Grinda, Politikwissenschaftlerin, Organisationsberaterin, Trainerin, Supervisorin, Demografieberaterin, EFQM
  • Birgit Naujoks, Geschäftsführerin Flüchtlingsrat Nordrhein-Westfalen e. V.
Status
wenig Teilnehmer 
Zeitraum
Donnerstag 09.11.2017 - Freitag 04.05.2018 
Dauer
12 Termine 
 
Kosten
1500,00 EUR  
Für Mitglieder im Paritätischen: 1300,00 EUR
Anmeldeschluss
10.10.2017 00:00 
Maximale Teilnehmerzahl 
16 
Veranstaltungsnummer
1724026
Veranstaltungsart
Zertifikatskurs
Organisatorische Beratung 
Canan Akkaya
Telefon: 0202 2822-229
E-Mail: akkaya@paritaet-nrw.org


Fachliche Beratung
Tina Julia Thiermann
Telefon 0202 2822-249
E-Mail: thiermann@paritaet-nrw.org
Ort
Multikulturelles Zentrum - Herbert-Siebold-Haus (IFAK e.V.)
Engelsburger Str. 168
44793 Bochum
Telefon: 0234 - 6 72 21
E-Mail: ifak@ifak-bochum.de
Internet: http://ifak-bochum.de/


Übernachtungshinweis
Wenn Sie vor Ort übernachten möchten, wenden Sie sich bitte direkt an das Tagungshaus.